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Stuttgarts Neuzugang – Der Rasta-Robben

Stuttgarts jüngster der 13 Neuzugänge fällt auf. Optisch durch seine Frisur: Zehn Strähnen seiner Rastalocken-Pracht hat er sich im Stirnbereich blondieren lassen. Und akustisch durch seinen Spitznamen: Tangi rufen ihn Trainer und Mitspieler.

Sein voller Name: Tanguy Coulibaly (18). Vor einer Woche hat der VfB den Außenbahnspieler vom Tuchel-Klub Paris Saint Germain verpflichtet. Am Wochenanfang musste der Franzose mit den ivorischen Wurzeln noch mal zurück nach Paris – die letzte Prüfung für das Baccalaureat, das französische Abitur, stand an.

Doch die echte Reife-Prüfung folgt jetzt. Es ist nicht nur der Sprung von den Junioren (in Paris spielte er bei der U19) zu den Profis. Coulibaly, der kein Wort Deutsch spricht, muss sich in einem neuen Land mit für ihn fremder Sprache durchsetzen.


Tanguy zieht ab! Der Franzose ist ein Linksfuß, der aber auch einen starken rechten Fuß hat.
Tanguy zieht ab! Der Franzose ist ein Linksfuß, der aber auch einen starken rechten Fuß hat.Foto: Imago

Stuttgarts neuer Trainer Tim Walter will im Gegensatz zu seinen Vorgängern keinen Dolmetscher auf dem Platz. In den ersten Tagen, als Orel Mangala noch nicht da war, war der Jungstar ganz auf sich alleine gestellt.

Sportdirekor Sven Mislintat: „Das ist gewollt. Erstens, weil man als Spieler eh ein ganz anderes, schnelleres Verständnis für die neuen Übungsformen hat. Zudem soll es ein Anreiz sein, schneller die Sprache zu lernen. Was auf dem Platz passiert, sollten die Jungs relativ schnell verstehen.“

Coulibaly sportlich

Seine Stärken beschreibt er so: „Mein Tempo und meine Eins-gegen-eins-Duelle.“

Er liebt den Robben-Part, heißt als Linksfuß über den rechten Flügel kommen. Er kann aber auch links spielen, so wie Mittwoch beim Test in Winterthur (1:3). Walter nach dem Spiel: „Wir sind gut beraten, dem Jungen Zeit zu geben. Er ist Jahrgang 2001, muss sich erstmal anpassen.“

Coulibaly privat

Er wohnte bisher mit fünf jüngeren Geschwistern (drei Brüder, zwei Schwestern) in einem Pariser Vorort bei seiner Mutter. Mit 13 ging er zu PSG. Für seine Frisur braucht er ähnlich lange wie Glatzkopf Robben: „Ich stehe morgens auf und die Haare liegen, wie sie sollen.“