/Rentner-Paar aus Bayern muss täglich 30 Flaschen Wasser kaufen

Rentner-Paar aus Bayern muss täglich 30 Flaschen Wasser kaufen

Mitterndorf/Winzer – Ihr Wasser-Marsch nimmt kein Ende!

Ostermontag wurden Karl Schuh (77) und seiner Lebensgefährtin Rosemarie Kögler (78) das Wasser abgedreht. Grund: Schuh entdeckte in seiner Einfahrt eine feuchte Stelle am Boden, ließ sie von der Gemeinde untersuchen. Die drehte ihm dann aber das Wasser ab, weil der Keller des Nachbarn überflutet war. Vermutung: Wasserrohrbruch. „Das war nicht von meiner Wasserleitung“, ist sich Karl Schuh sicher.


Über 1000 Euro haben die beiden bisher für Wasserflachen ausgegeben
Über 1000 Euro haben die beiden bisher für Wasserflachen ausgegebenFoto: Theo Klein

▶︎Deshalb will er die Reperaturkosten von anderthalb Tausend Euro nicht begleichen. Die Gemeinde will aber ohne Zahlung die Wasserleitung nicht wieder anstellen. Die Renter müssen sich deshalb seit 81 Tagen selbst mit 25 Litern Wassern am Tag versorgen (durchschnittlich liegt der Verbrauch bei 120 Litern täglich).

„Morgens fahren wir sofort zu einer zehn Kilometer entfernten öffentlichen Toilette. Das machen wir etwa drei Mal am Tag“, sagt Schuh. Nur in ganz dringenden Fällen würden sie die eigene Toilette nutzen, müssten die dann aber ordentlich mit dem Flaschenwasser spülen.

Täglich kaufen sie rund 30 Flaschen Wasser im Supermarkt (für Kochen, Zähneputzen, usw.). Über 1000 Euro haben die beiden bisher dafür ausgegeben.


Nur in ganz dringenden Fällen wird die eigene Toilette benutzt. Dann muss sie aber ordentlich mit dem Flaschenwasser gespült werden
Nur in ganz dringenden Fällen wird die eigene Toilette benutzt. Dann muss sie aber ordentlich mit dem Flaschenwasser gespült werden
Foto: Theo Klein

Bürgermeister Jürgen Roith (57, CSU) bleibt hart: „Herr Schuh müsste einfach nur die Reparatur bezahlen, dann wird auch das Wasser wieder aufgedreht.“

Wer jetzt Recht behält, entscheidet sich am 17. Juli vor dem Oberlandesgericht in München.