/Rassist schoss auf Eritreer: Bilal M. (26) spricht über den Anschlag

Rassist schoss auf Eritreer: Bilal M. (26) spricht über den Anschlag

Wächtersbach – Ob Bilal M. (26) jemals wieder gesund wird, ist unklar. Seit ihn Ende Juli Roland K. (+55) niederschoss, habe sich sein Leben radikal verändert, erzählt der Eritreer im „Spiegel“.

Der Tag der Tat ist ein gewöhnlicher Montagmorgen. Bilal M. bildet sich wenige Gehminuten von Zuhause entfernt im Ausbildungszentrum fort. Wie immer geht er zum Mittagessen heim, seine Frau habe gekocht.


Bilal M. war gerade auf dem Heimweg, als er niedergeschossen wurde
Bilal M. war gerade auf dem Heimweg, als er niedergeschossen wurdeFoto: Arne Dedert / picture-alliance

Plötzlich hält vor ihm ein Auto an, sagt Bilal M. Als er vorbei geht, fallen Schüsse. Sechs Mal feuert Roland K. aus dem rechten Autofenster. Ein Schuss streift den Kopf des Eritreers, ein weiterer durchstößt seinen Bauch.


Schwer verletzt versucht M. vergeblich Autos zu stoppen. Er ruft mit letzter Kraft seine Frau an – sie solle heute nicht auf ihn warten, er habe Kopfschmerzen und fahre ins Krankenhaus. Sie solle mit seinem Portemonnaie nachkommen. „Ich wollte nicht, dass sie sich Sorgen macht“, sagt Bilal M. gegenüber dem „Spiegel“.

Bei einem nahegelegenem Unternehmen helfen ihm Leute, rufen den Notarzt. Bilal M. wird notoperiert, überlebt.

Attentäter Roland K. erschießt sich Stunden später in seinem Auto im nahen Biebergemünd. Er hinterlässt einen Abschiedsbrief. Tatmotiv: Rassismus.


Polizei und Rettungskräfte finden Attentäter Roland K. Stunden nach der Tat schwerverletzt auf, er stirbt noch auf dem Weg ins Krankenhaus
Polizei und Rettungskräfte finden Attentäter Roland K. Stunden nach der Tat schwerverletzt auf, er stirbt noch auf dem Weg ins KrankenhausFoto: Jürgen Mahnke


Die Familie überlegt, aus Wächtersbach wegzuziehen. M.s Frau fürchtet einen Angriff vom Bruder des Attentäters.