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Nürnberg: Mariä Himmelfahrt: Wir müssen heute ranklotzen

Nürnberg – In den meisten bayerischen Städten und Gemeinden wird heute Mariä Himmelfahrt gefeiert und niemand arbeitet. Aber nicht in Nürnberg: „Alle beten und wir müssen ranklotzen!“

Der Grund: Mariä Himmelfahrt ist ein katholischer Feiertag und in Nürnberg sind die Einwohner überwiegend evangelisch. In 1704 von insgesamt 2056 bayerischen Kommunen bleiben die Geschäfte und Büros geschlossen. Mit Gottesdienst und Kräuterweihen begehen die Gläubigen das Marienfest. Dabei werden mitgebrachte Kräutersträuße in der Kirche gesegnet.

Dagegen ist heute in 353 Städten und Gemeinden, die meisten sind in Ober- und Mittelfranken, ein ganz normaler Werktag. Neben Nürnberg wird Mariä Himmelfahrt auch nicht in Bamberg, Würzburg, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Coburg, Bayreuth, Kronach und Kulmbach gefeiert.

Lesen Sie, was die Nürnberger sagen:


Hedi Sauerteig (51) betreibt in der Schlotfegergasse 5 eine Schneiderei und Wäschesalon: „Für mich ist das kein Problem. Ich kenne es nicht anders. Bin auch evangelisch. Manchmal gehe ich sogar in die
Hedi Sauerteig (51) betreibt in der Schlotfegergasse 5 eine Schneiderei und Wäschesalon: „Für mich ist das kein Problem. Ich kenne es nicht anders. Bin auch evangelisch. Manchmal gehe ich sogar in die Kirche“Foto: Karina Palzer

Mustafa Ceylan (39) vom Fruchthaus am Jakobsplatz freut sich sogar, dass heute normaler Werktag ist: „In der Umgebung haben viele Menschen frei. Sie kommen dann nach Nürnberg, weil hier alles offen is
Mustafa Ceylan (39) vom Fruchthaus am Jakobsplatz freut sich sogar, dass heute normaler Werktag ist: „In der Umgebung haben viele Menschen frei. Sie kommen dann nach Nürnberg, weil hier alles offen ist. Und das ist gut fürs Geschäft.“Foto: Karina Palzer

Dirndl-Designerin Marion Wörlein (51) von „Abendrot & Fadenrot“ sagt: „Ich arbeite lieber. An Mariä Himmelfahrt kommen viele nach Nürnberg. Das ist gut für unseren Einzelhandel in der City. Die Leute
Dirndl-Designerin Marion Wörlein (51) von „Abendrot & Fadenrot“ sagt: „Ich arbeite lieber. An Mariä Himmelfahrt kommen viele nach Nürnberg. Das ist gut für unseren Einzelhandel in der City. Die Leute kaufen dann nicht im Internet, sondern regional bei uns.“Foto: Karina Palzer

Die Italienerin Natascia Nicotra (35) ist Katholikin, will nächstes Jahr ihren Friseur-Salon „Kamm-In“ am Lindenplatz schließen: „Ich hatte den Feiertag nie mitbekommen, weil ich im August in Italien
Die Italienerin Natascia Nicotra (35) ist Katholikin, will nächstes Jahr ihren Friseur-Salon „Kamm-In“ am Lindenplatz schließen: „Ich hatte den Feiertag nie mitbekommen, weil ich im August in Italien bin. Bei uns geht man um Mitternacht baden und wünscht sich was.“Foto: Karina Palzer