/Nach „Cold Case“-Affäre – Polizeipräsident kippt LKA-Chef

Nach „Cold Case“-Affäre – Polizeipräsident kippt LKA-Chef

Hamburg – Personalbeben in Hamburgs Polizeiführung! Polizeipräsident Ralf Meyer (59) hat am Montagmorgen überraschend LKA-Chef Frank-Martin Heise (50) aus dem Amt gekippt. Gründe: Fehlendes Vertrauen wegen Heises Führungsversagens.

WAS FÜE EINE VOLLKLATSCHE!

Seine knallharte Entscheidung verkündete Meyer in einem internen Informationsschreiben (PL 10/2019, liegt BILD vor).

Darin heißt es wörtlich: „Mir als Amtsleitung fehlt das notwendige Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit. Diese nicht leichte Entscheidung ist im Kontext der Untersuchung der Arbeitsgruppe CCU (Cold Case Unit, die REd.) erforderlich geworden.“

Diese Externe Arbeitsgruppe hatte ab März die Fehler untersucht, die in der besagten Abteilung gemacht worden waren. Zur Erinnerung: die kleine Truppe, die Heise selbst aufgestellt hatte, sollte lange zurück liegende Fälle sichten und lösen.

Darunter war ein Mordversuch, der 39 Jahre zurückliegt. Die CCU präsentierte einen Angeklagten, nachdem mit ausgesprochen fragwürdigen Methoden ermittelt worden war. Der Mann wurde freigesprochen, die Richterin übte massive Kritik an der Polizei.

CCU-Abteilungs-Chef Steven Baack (39) – ein Mann, den Heise persönlich ausgesucht hatte – ist inzwischen in die Innenbehörde auf einen unwichtigen Posten versetzt worden.


Peinlich-Foto: Steven Baack (39) verhaftete den vermeintlichen Mörder sogar persönlich, um den Erfolg seiner Einheit zu dokumentieren
Peinlich-Foto: Steven Baack (39) verhaftete den vermeintlichen Mörder sogar persönlich, um den Erfolg seiner Einheit zu dokumentierenFoto: Jan-Henrik Dobers

Der polizeiinterne Aufklärungsprozess lief dessen ungeachtet weiter.

Polizeipräsident Meyer verweist in seinem Info-Schreiben weiter darauf, dass „das Führungsverhalten von Frank-Martin Heise auf verschiedenen Ebenen zu so erheblicher Kritik geführt hat, dass ich die weitere Verwendung von Herrn Heise (…) nicht länger verantworten kann“.

Heise werde „zeitnah auf einen anderen Dienstposten umgesetzt“. Die Stelle als LKA-Chef wird ausgeschrieben.