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Meng Meng schwanger: BILD erklärt das Baby-Geheimnis der Panda-Dame | Regional

Sie ist launisch, hat 15 Kilo zugenommen, aber frisst nicht mehr so maßlos wie sonst. Berlins Panda-Bärin Meng Meng (6, „Träumchen“) benimmt sich so, wie es sich für eine trächtige Bambusbärin gehört.

Berlin – Bei der aktuell letzten Ultraschalluntersuchung, am Mittwoch um 8.58 Uhr, entdeckten die Tiermediziner den Beweis: eine drei Zentimeter kleine Embryonalblase, die sich bereits in Meng Mengs Gebärmutter eingenistet hat.

Panda-Babys für Berlin – eine Sensation! Doch Zoo-Chef Andreas Knieriem ist vorsichtig: „Wir wissen jetzt, Meng Meng ist nicht nicht schwanger.“

Warum die Zurückhaltung? Weil Pandaweibchen fast bis zur Geburt ein Geheimnis aus ihrer Trächtigkeit machen.

Im April hatten sich Meng Meng und ihr Partner Jiao Qing (9, „Schätzchen“) gepaart. Maximal 72 Stunden haben Pandas dafür Zeit, dann ist die Fruchtbarkeitsphase wieder für ein Jahr vorbei. Um die Chance auf Nachwuchs zu erhöhen, halfen die Veterinäre mit einer künstlichen Befruchtung unter Vollnarkose nach.


Im April paarten sich die Berliner Pandas
Im April paarten sich die Berliner PandasFoto: Zoo Berlin

Ultraschall: Die Aufnahme der gestrigen Untersuchung (Foto unten) zeigt eine Embryonalblase (Kreis). Ob es eine zweite gibt, könnte beim morgigen Ultraschall geklärt werden
Ultraschall: Die Aufnahme der gestrigen Untersuchung (Foto unten) zeigt eine Embryonalblase (Kreis). Ob es eine zweite gibt, könnte beim morgigen Ultraschall geklärt werdenFoto: HANDOUT / Reuters

„Bei der künstlichen Besamung konnten wir damals zwei Follikel sehen“, sagt Thomas Hildebrandt Fortpflanzungs-Experte vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

Wöchentlich kam Hildebrandt danach mit seinem Team in den Zoo, um Ultraschallaufnahmen von Meng Mengs Gebärmutter zu machen. Denn der weibliche Panda-Organismus bestimmt, ob und wann das befruchtete Ei nach einer Keim-Ruhe wächst. „Das hat sie hervorragend mitgemacht, denn sie wurde gut darauf trainiert.“ Dazu legt sie sich auf Kommando in eine Gitterbox, um sich den Bauch rasieren und mit angewärmtem Ultraschall-Gel einreiben zu lassen. Eine Narkose ist so nicht nötig.


Pandabärin Meng Meng bei der Ultraschall-Untersuchung
Pandabärin Meng Meng bei der Ultraschall-UntersuchungFoto: Zoo Berlin

Am Mittwochfrüh ließ Meng Meng Hildebrandt jedoch nur 40 missmutige Sekunden für die Untersuchung. „Sie kommt dann hoch wie ein Klappmesser. Und Bärenkrallen sind extrem scharf“, so der IZW-Wissenschaftler zu BILD.

Ob die Embryonalblase bald ein lebendiges Baby wird, ist nicht sicher. Hildebrandt erklärt: „Scheinschwangerschaften, bei denen Embryonen nicht ausreifen, sind möglich. Auch kann es Abstoßungen geben. Das steuern alles die Hormone.“

Seine Einschätzung: „Die Wahrscheinlichkeit, dass Meng Meng tatsächlich Nachwuchs erwartet, liegt bei rund 85 Prozent.“ Donnerstag wissen wir wieder mehr. Dann gibt es den nächsten Ultraschall-Termin. „Wenn Meng Meng uns etwas mehr Zeit genehmigt, könnten wir nach einem Zwilling suchen und auch Herzschläge müssten sich dann schon darstellen lassen.“


Schwanger zu 85 Prozent Meng Meng ist zur Zeit launisch, faul und appetitlos
Schwanger zu 85 Prozent Meng Meng ist zur Zeit launisch, faul und appetitlosFoto: FABRIZIO BENSCH / Reuters

Das alles sieht man der 96 Kilo schweren Panda-Dame nicht an. Der Zeitpunkt für eine mögliche Geburt wurde jetzt für Ende August, Anfang September vorausgesagt. „Bisher ist sie noch fürs Publikum zu sehen. Sobald Nachwuchs da sein sollte, würde sie aber hinter den Kulissen verschwinden“, so Tierpfleger Norbert Zahmel.

Die Charité hat vorsichtshalber schon zwei Inkubatoren in den Zoo geschickt.