/Junkies dealen auf Jüdischem Friedhof: Die Drogen-Schande von Harburg

Junkies dealen auf Jüdischem Friedhof: Die Drogen-Schande von Harburg

Hamburg – Der Toten gedenken will hier niemand mehr: Der jüdische Friedhof auf dem Schwarzenberg verkommt zu einem Drogen-Umschlagsplatz, es wird hemmungslos gedealt und gespritzt.

Grund: Nebenan liegt das Sucht-Zentrum „Abrigado“. Die eigentlich gute Idee: Dort wird Abhängigen ein sauberer Rückzugsort geboten, um in geschützten Räumen zu konsumieren.

Problem: Viele Süchtige gehen vor allem bei gutem Wetter zum Fixen lieber auf die anliegende Ruhestätte, setzen sich ihren Schuss zwischen Grabsteinen.

Im Bezirksamt Harburg wird zusammen mit der fachlich zuständigen Gesundheitsbehörde immerhin an einer Lösung gearbeitet.


Benutzte Spritzen besudeln alte jüdische Gräber. Im Hintergrund ist ein Grabstein mit hebräischer Schrift zu sehen
Benutzte Spritzen besudeln alte jüdische Gräber. Im Hintergrund ist ein Grabstein mit hebräischer Schrift zu sehenFoto: Martin Brinckmann

Amtsleiterin Sophie Fredenhagen: „Wir sind uns des Problems bewusst. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Standort-Verlegung des ,Abrigado‘ ins nähere Umfeld die Situation entzerrt.“ Denn auch eine Schule und eine Kita liegen um die Ecke.

Was wird kurzfristig getan? Die Zuständigkeiten sind kompliziert. Die Harburger Behörde ist im Auftrag der Senatskanzlei nur verantwortlich für den Rückschnitt der Pflanzen. So sollen dunkle Ecken vermieden werden, in denen bevorzugt gedrückt wird.

Hinterlassenschaften (u. a. Spritzen) sollen hingegen bei Kontrollgängen von Mitarbeitern des „Abrigado“ entfernt werden. Grundsätzlich sei die Verfolgung von Drogendelikten aber Sache der Polizei.

Anwohner müssen sich also noch gedulden…