/Jeffrey Epstein: US-Milliardär soll sich mit Bettlaken erhängt haben

Jeffrey Epstein: US-Milliardär soll sich mit Bettlaken erhängt haben

Jeffrey Epsteins (†66) Körper hing leblos in ­seiner Zelle in Manhattan. Samstagmorgen um 6.30 Uhr fand ihn ein Wärter. Im „New York Presbyterian Lower Manhattan Hospital“ konnte wenig später nur noch sein Tod festgestellt werden. Epstein der Milliardär, der Wall-Street-Banker – sein Fall war tief.

Jetzt berichtet die „New York Post“: Der 1,82-Meter-große Milliardär soll sich in seiner Zelle mit einem einfachen Bettlaken erhängt haben. Er soll das Laken um das obere Bett des Etagenbettes festgebunden haben. Danach, so ein Bericht der New Yorker Justiz, kniete er sich auf den Boden, band sich das Laken um den Hals – und erwürgte sich.

Wieso wurde der Milliardär in seiner Zelle nicht beobachtet?

Das FBI, sowie das US-Justizministerium ermitteln nun in dem Fall. Oberstaatsanwalt William Barr beklagte „schwerwiegende Unregelmäßigkeiten“ im New Yorker Gefängnis. Er versprach, dass sein Ministerium „an den Kern der Sache“ stoßen werde.

Unter anderem soll einer der beiden Gefängnisaufpasser kein qualifizierter Wächter gewesen sein. Beide sollen, wie die „New York Times“ am Montag berichtete, völlig übermüdet nach „mehreren Überschichten“ gewesen sein. Epstein wurde zudem aus unerklärlichen Gründen von der 24-Stunden-Überwachung für Selbstmordgefährdete genommen.

Nach der Einstufung sollte er alle 30 Minuten kontrolliert werden – was laut einer Quelle von „Reuters“ nicht durchgeführt wurde! Zudem sollte er einen Zellgenossen bekommen. Dieser soll dann aber bereits entlassen worden sein, wie die „Wall Street Journal“ berichtet.

Wieso erhängte sich Jeffrey Epstein?

Epstein wurde am 6. Juli verhaftet und wegen Sexhandels, Verschwörung zum Sexhandel und sexuellen Missbrauchs zwischen 2002 und 2005 in seinem New Yorker Apartment und seiner Villa in Palm Beach (Florida) angeklagt. Er wies die Vorwürfe bis zuletzt zurück. 2008 war die Staatsanwaltschaft einen umstrittenen Deal mit Epstein eingegangen.

Diesmal drohten dem Pädophilen jedoch bis zu 45 Jahre Haft. Bis zum Prozessbeginn sollte Epstein im Gefängnis bleiben. Anträge auf Entlassung auf Kaution wurden abgewiesen.

Der US-Milliardär hatte einen großen VIP-Freundeskreis. Man kann nur vermuten, dass er sich aus Scham vor den Enthüllungen umbrachte, offiziell ist noch nichts zu seinen Beweggründen bestätigt worden.

VIP-Telefonbuch von Epstein

Kurz vor Epsteins Selbstmord wurden Gerichtsdokumente veröffentlicht, die eine Liste reicher und mächtiger Männer beinhaltete. Sie alle sollen Verbindungen zu den sexuellen Missbräuchen von minderjährigen Mädchen haben.

In seinem Notizbuch standen die geheimen Telefonnummern von Mick Jagger (75), Kevin Spacey (59, „House of Cards“) – und des britischen Queen-Sprösslings Prinz Andrew. Dieser steht jetzt im Zentrum der Anschuldigungen von Virginia Giuffre. Sie sagt, Epstein habe sie zu sexuellen Begegnungen mit Prinz Andrew überredet.


Prince Andrew und Jeffrey Epstein bei einem Spaziergang im Central Park von New York City
Prinz Andrew und Jeffrey Epstein bei einem Spaziergang im Central Park von New York CityFoto: ddp/News Licensing

Sie behauptet zudem, dass Andrew sie auf einer Party von Epstein belästigt haben soll. Der Royal dementiert diese Vorwürfe.

Andrew war häufig Gast auf der Privatinsel Epsteins auf den US-Virgin-Islands. Diese wurde von Nachbarn als „Pädophilen-Insel“ betitelt – da der Milliardär dort zahlreiche Minderjährige angestellt hatte.