/In Stuttgart wird nichts fertig: Baustellen-Slalom nervt die Passanten

In Stuttgart wird nichts fertig: Baustellen-Slalom nervt die Passanten

Stuttgart – Dauer-Baustellen verursachen auf Stuttgarts Straßen tausende Kilometer Stau im Jahr (S21, Rosensteintunnel). In der Fußgängerzone sieht’s nicht viel besser aus. Auch hier müssen Passanten Slalom laufen, weil Um- und Neubauten einfach nicht fertig werden.

Wird hier gar nichts pünktlich beendet?


Die „Kö 29“-Baustelle soll Ende des Jahre abgebaut werden. Geplant war Frühjahr 2018
Die „Kö 29“-Baustelle soll Ende des Jahre abgebaut werden. Geplant war Frühjahr 2018Foto: Hagen Stegmüller

Seit fast zwei Jahren halbiert die Baustelle „Kö 29“ die Königstraße. Das angeblich erste Null-Emissions-Haus im Ländle sollte Frühjahr 2018 eröffnet werden. Lange vorbei.

Bauherrin Christine Waldbauer gibt dem Baurechtsamt eine Mitschuld an der Verzögerung: „Es dauert bis zu fünf Monate, ehe Bau-Änderungs-Anträge genehmigt werden.“


Die Rathaus-Garage mit Läden und Cafés sollte im November 2018 fertig sein
Die Rathaus-Garage mit Läden und Cafés sollte im November 2018 fertig seinFoto: Hagen Stegmüller

Die Stadtverwaltung spielt den Ball zurück. Offiziell heißt es, Bauanträge würden ordentlich
abgearbeitet. Inoffiziell ist zu hören, dass die Bauherrin beim Einreichen der Unterlagen geschlampt habe.

Weitere Nerv-Baustellen für Passanten sind u.a. das neue Design-Hotel in der Nadlerstraße (mind. 2 Jahre Verzögerung) und die Rathaus-Garage (1 Jahr drüber).


Kurz hinter dem „Kö 29“ ragt schon der nächste Bauzaun in die obere Königstraße
Kurz hinter dem „Kö 29“ ragt schon der nächste Bauzaun in die obere KönigstraßeFoto: Hagen Stegmüller

City-Manager Sven Hahn (38) warnt: „Auf der Königstraße wird es bald noch mehr Baustellen geben.“ Investitionen in die Fußgängerzone seien grundsätzlich gut. Das Problem: „Die Baufirmen richten Baustellen ein und machen erst mal fünf Monate nichts. Sie sind überlastet.“

CDU-Stadtrat Klaus Nopper (50): „Der Einzelhandel hat es in Stuttgart schon schwer genug. Parkplätze fallen weg, Fahrverbote werden erlassen. Umso wichtiger ist es, dass wenigstens die Baustellen zügig abgearbeitet werden.“