/Gefragter als Wein und weltweit exportiert: Falls Sie rauchen, rauchen Sie Pfalz

Gefragter als Wein und weltweit exportiert: Falls Sie rauchen, rauchen Sie Pfalz

Herxheim/Bad Ems – Kaum jemand würde das vermuten: Nicht Wein ist der absolute Exportschlager der RLP-Landwirtschaft, sondern … Tabak!

Laut Statistischem Landesamt exportierte das Land 2018 Rohtabak und Tabak-Erzeugnisse für 1,24 Milliarden Euro. Die Weinexporte lagen mit 306 Mio. gerade mal auf Platz 4 – hinter Backwaren und Milch.


So werden die Blätter aussehen, wenn sie geerntet werden - wie hier in Herxheim im August 2013
So werden die Blätter aussehen, wenn sie geerntet werden – wie hier in Herxheim im August 2013Foto: Thomas Lohnes

BILD hat Tabak-Bauer Matthias Detzel (36) auf seinem Hof besucht, gefragt: „Was macht den Pfälzer Tabak so beliebt?“

„Wir pflegen nachhaltigen oder sogar Bio-Anbau. Pflanzen auf Bestellung, also nur Sorten, die unsere Kunden wirklich wollen“, sagt Detzel, der – Tabakbauer in vierter Generation – auf 25 Hektar Virginia-Tabak anbaut: „Dazu kommt der Standort-Vorteil, denn wir haben das beste Klima.“


100 Saisonarbeiter aus Rumänien sind beim Einpflanzen der Setzlinge im Einsatz
100 Saisonarbeiter aus Rumänien sind beim Einpflanzen der Setzlinge im EinsatzFoto: Thomas Lohnes

Zwar gibt es in der Pfalz nur noch 45 Anbauer: „Doch der Pfälzer Tabak wird wegen der Süße und geringen Nikotin-Gehalt weltweit geschätzt. Ist in Europa praktisch in jeder Marke drin.“ Viel geht auch in arabische Länder wie Ägypten und Jordanien zur Produktion von Shisha-Tabaken.


Tabakbauern-Präsident Guido Hörner (51) riecht an einem fermentierten, gebrauchsfertigen Tabakblatt
Tabakbauern-Präsident Guido Hörner (51) riecht an einem fermentierten, gebrauchsfertigen TabakblattFoto: Thomas Lohnes

Zwei Monate dauert für Detzel die Saison – vom Ziehen und Setzen der Pflanzen bis zur Ernte, Trocknung und Verkauf der Tabakblätter. Für das Kilo bekommt er dann etwa 5 Euro bei Top-Qualität – bei 2000 geernteten Kilo pro Hektar.

„Der Staat kassiert kräftig mit“, sagt Tabakbauern-Präsident Guido Hörner (65). „In einer Schachtel Zigaretten sind 40 Gramm Tabak. Die bringen ca. 5 Euro Steuern ein.“