/Frankfurt: Kunstwerke der Leonhardskirche: Schätze aus dem Schutt

Frankfurt: Kunstwerke der Leonhardskirche: Schätze aus dem Schutt

Frankfurt – Sie schlummerten gut 200 Jahre UNTER dem Fußboden der 800 Jahre alten Leonhardskirche. Zerbrochen. Zerschlagen. Als Füllmaterial missbraucht: kirchliche Kunstwerke. Nun sind sie wieder zu sehen! Frisch restauriert in einer Schau im Dommuseum.


Die Schätze aus dem Schutt!

Dommuseums-Direktorin Dr. Bettina Schmitt (50): „Die Exponate waren unter diversen Schichten verborgen. In St. Leonhard gab es immer wieder Aufschüttungen, aus Gründen des Hochwasserschutzes.“ Wenn der Main über die Ufer tritt, kriegt Frankfurts älteste Innenstadtkirche nasse Füße.


Die Leonhardskirche steht direkt am Mainufer und feiert 2019 ihren 800. Geburtstag. Nach ihrer umfangreichen Innensanierung, die rund 11,5 Mio. Euro gekostet hat, öffnet sie Sonntag (18. August) wiede
Die Leonhardskirche steht direkt am Mainufer und feiert 2019 ihren 800. Geburtstag. Nach ihrer umfangreichen Innensanierung, die rund 11,5 Mio. Euro gekostet hat, öffnet sie Sonntag (18. August) wieder. Zur großen Feierstunde kommt der Bischof von Limburg, Georg Bätzing (58). Er weiht den neuen AltarFoto: Sven Moschitz

Denkmalamtsleiterin Dr. Andrea Hampel (59): „Nichts war so, wie es schien. Der Fußboden war fast 2,60 m aufgefüllt. Wir haben mehr als 100 Gräber gefunden.“
30 Sandstein-Grabplatten sind erhalten. 40 Europaletten wurden mit Fragmenten von Steindenkmälern gefüllt. 108 Kisten mit Grabbeigaben, wie Schmuck-Kreuze.


Der „Atzmann". Die fast lebensgroße Figur besteht aus rotem Sandstein, trägt liturgische Kleidung des 15. Jahrhunderts. Er wurde als Füllmaterial im Fußboden verbaut, 2011 bei Grabungsarbeiten gefunde
Der „Atzmann“. Die fast lebensgroße Figur besteht aus rotem Sandstein, trägt liturgische Kleidung des 15. Jahrhunderts. Er wurde als Füllmaterial im Fußboden verbaut, 2011 bei Grabungsarbeiten gefundenFoto: Jürgen Mahnke

Zwei „Stars“ aus dem Schutt: der „Atzmann“, Skulptur eines Pult-Trägers aus dem 15. Jahrhundert. Und die „Beweinungsgruppe“ – Ton-Figuren, die Trauernde darstellen. Sie waren in 63 Scherben zerschlagen, wurden in 1000 (!) Stunden wieder zusammengefügt.


Die „Beweinungsgruppe“. Die Figuren aus Ton wurden um 1430/1440 gefertigt – und mussten auch als Verfüll-Schutt zur Erhöhung des Fußbodens herhalten. Die drei Frauen konnten rekonstruiert werden, der
Die „Beweinungsgruppe“. Die Figuren aus Ton wurden um 1430/1440 gefertigt – und mussten auch als Verfüll-Schutt zur Erhöhung des Fußbodens herhalten. Die drei Frauen konnten rekonstruiert werden, der Kopf der männlichen Figur (r.) ist nicht erhaltenFoto: Jürgen Mahnke

Ab Freitag (16. August 2019), bis 19. Januar 2020. Eintritt: 5 Euro.